24h Nici
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24h Weltrekord von Nici Walde

Am 28.7.2018 um 10:28:45 ist Nicola (Nici) Walde auf der Opelteststrecke in Rüsselsheim zu ihrem zweiten Weltrekordversuch über 24h gestartet. Sie fuhr ein Velomobil des Velomobilkonstrukteurs Daniel Fenn, das Modell „M“.

Ihren ersten Weltrekordversuch bestritt Nici bereits im letzten Jahr auf einer Teststrecke in Aldenhofen. Zum einen war dort der Belag langsamer als auf der Opelteststrecke und zum anderen gab es Querelen mit der Regelauslegung des Verbandes der den Rekord anerkennen muss.

Damals fuhr Nici ein für sie angepasstes Velomobil, vom Typ DF. Das jetzt verwendete Model “M“ ist ein älteres Modell. Es wurde von Daniel Fenn für die Cyclevision in Venray gebaut. Das Fahrzeug glänzt mit besonders wenig Gewicht und dürfte eines der leichtesten Velomobile überhaupt sein. Damals war Daniel Fenn aber von den Fahrleistungen nicht so überzeugt wie er es erwartet hatte. Das Fahrzeug verschwand in der Versenkung.

Nici Walde ist wie viele Liegeradfahrer über die Fahrt zur Arbeit zu diesem Sport gestoßen. Die Begeisterung fürs Radfahren kam vom Triathlon und da lag es nah die Strecke zur Arbeit ebenfalls mit dem Rad zu absolvieren. Bei größeren Streckenlängen wünscht man sich irgendwann einen Schutz vor Kühle/Kälte und ab und zu auch vor Nässe. Fast zwangsläufig stößt man dann irgendwann auf Velomobile. Denn genau dafür wurden sie erfunden. Nici „stolperte“ dann noch über den Aufruf von Daniel Fenn : „Suche Frau für 24h Weltrekord“ und fragte an. Da die beiden sich offensichtlich optimal ergänzen wurde aus der Zweckgemeinschaft mittlerweile auch ein Paar.

Für den 2. Weltrekordversuch von Nici holte Daniel das „M“ wieder aus der Mottenkiste. Das verwunderte zunächst etwas, denn Daniel Fenn glänzt durch mindestens eine neue Evolutionsstufe seiner Fahrzeug pro Jahr, die immer einen merkbaren Schritt nach vorn bedeuten.

Wenn er aber etwas für gut befindet hat es in der Regel Hand und Fuß. Daniel Fenn ist mit Leib und Seele bei seinen Velomobilen und man kann ihm sicher nicht vorwerfen, dass er sein Material nicht sorgfältig aussucht, testet und vorbereitet. Da hat er in den letzten Jahren viel gelernt und einen gewaltigen Wissensschatz angehäuft. Es gibt wohl sehr wenige die „ihre Sache“ so sehr leben wie Daniel Fenn.

Nici begann die Fahrt mit ziemlich ordentlichen 53km/h im Schnitt. In der 13. Runde (Runde ca. 4,8km) legte sie sogar  noch einen km/h zu. Das schraubte sie bis zur 17./18. Runde auf beeindruckende 55km/h hoch.

Trotz der großen Hitze wurde sie kaum langsamer und zog gegen 14:45 Uhr immer noch mit 54 km/h ihre Kreise. Nach 4:15 waren 230km gefahren.

Nach 6h waren 320km absolviert und ein Gesamtschnitt von 53,3 km/h … und Schlechtwetterwolken waren im Anmarsch. Gegen 17Uhr fing es dann leider an zu regnen, wie aus Eimern. Nici hatte Probleme mit der Sicht und der Schnitt viel auf 30km/h. In der übelsten Phase gingen nur 12 km/h. Gegen 17:45 Uhr konnte Nici aber wieder auf 50km/h beschleunigen. Mehr aber auch nicht, weil eine regennasse Fahrbahn natürlich bremst.

Nach dem ersten Drittel um 18:32 hatte Nici 404km mit einem Schnitt von 51,4km/h absolviert. Immer noch „satt“ auf Rekordkurs, trotz dem Regenintermezzo.

Nach 11h waren es 555km mit einem Schnitt von 50,4 km/h. Irgendetwas schien nicht optimal zu laufen. Im Velomobilforum gab es erst Vermutungen …

Mit Einbruch der Dunkelheit fiel der Rundenschnitt auf 48 km/h. Pause nötig? 14h 602km - Rekordkurs aber Schnitt mittlerweile auf 45km/h runter. Das ging so weiter bis auf 42 km/h.

Vielleicht ein schleichender Luftverlust. Velomobile sind mehrspurig und belasten bei Rundkursen den kurvenäußeren Reifen stärker als er konstruktionsbedingt verkraften kann. Die Reifen sind ja für Einspurer konstruiert und da gibt es keine Querkräfte, wie beim Mehrspurer. Es wäre auch nicht das erste Mal, daß ein Velomobil damit bei einer Langstrecke Probleme hätte.

Kurz vor Mitternacht nach 131 Runden gab es dann den 1. Stop mit 35min. Dabei wurden mehrere Hände voll Heu aus den Radkästen gekratzt! Das Heu wurde vom Sturm auf die Bahn geweht und vom Regen ans Fahrzeug „geklebt“ … das bremst natürlich. Bereits um 20 Uhr hatte ein Forumsteilnehmer den Dreck auf den im Forum veröffentlichten Bildern wahrgenommen und darauf hingewiesen. Der Tip ist leider wohl untergegangen.

Danach ging es weiter, natürlich mit einem merkbar niedrigerem Gesamtschnitt von 45-47 km/h. 14 h / 670 km gefahren bei 80-90 Watt 

Der Rundenschnitt wurde mit dem ersten Sonnenlicht und nach einem Frühstück wieder besser. Schnitt bei 47km/h und bis 5:30 900km gefahren.

Um 7:50 war der aktuelle Weltrekord von Petra von Fintel (1011km) in greifbare Nähe. Nici hatte bereits 960 km und noch 2:40h beim letzten Schnitt von 45km/h zur Verfügung.

Kurz vorm Weltrekord um 8:29 zog Nici das Tempo nochmal ordentlich an. Statt 46er Rundenzeiten fuhr sie wieder erstaunliche 51km/h … nach 1000km!

Der Rekord (1011,94km) fiel dann um 8:47Uhr

Obwohl Nici den Rekord in der Tasche hatte fuhr sie nicht einfach locker zu Ende sondern holte bis zum Schluss mit Rundenschnitten um die 47km/h aus sich raus was ging. Eine echte Sportlerin halt! Hochachtung!

Nach 228 Runden und einem Schnitt von 45,365 km/h hat Nici 1088km erreicht. Eine famose Leistung!

Start aus der Vogelperspektive

Boxenstop in der Nacht

Hier wird über Nicis Rekordfahrt berichtet